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Zeitenwende?

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„Zeitenwende“, ist in diesen Tagen ein häufig gebrauchter Begriff. Fragt sich nur, welche auslaufende Epoche hier gemeint ist. Die angesichts höherer Inflation und steigender Zinsen endende Ära billigen Geldes an den Kapitalmärkten?

Die einer pazifistischen geopolitischen Sorglosigkeit, die im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine verloren gegangen ist? Das Ende des Turbo-Kapitalismus, dem die Sorge um die Umwelt, den sozialen Zusammenhalt und die Integrität der Staaten und Unternehmen den Nährboden entzieht? Oder vielleicht sogar schon wieder das abnehmende Interesse an eben dieser Nachhaltigkeitsbewegung im Zuge regulatorischen Übereifers und verkehrter Vorzeichen an den Börsen, die zuletzt von einer Outperformance von Rohstoff- und Rüstungsaktien zeugen?

Es wird spannend sein, die Wechselwirkungen dieser Kräfte in der näheren Zukunft zu beobachten. Ist die Nachhaltigkeit Teil des Problems oder der Lösung, vielleicht sogar der Weg zu ihr? Was wiegt schwerer, Moral, Angst oder Gier? Welchen Preis sind wir bereit für die Umwelt und die Freiheit zu zahlen? Welche Gewinne lassen wir liegen?

Jetzt muss die Gesellschaft zeigen, dass ihre Nachhaltigkeitsbestrebung mehr ist als die „Selbstverwirklichung“ in der Spitze der Maslowschen Pyramide, zu der wir als Menschen erst dann kommen, wenn unsere Grundbedürfnisse, wie die nach Nahrung und Sicherheit und unsere individuellen Wünsche befriedigt sind.

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