Eine größere Steilvorlage, Schützenhilfe, Rückenwind, wie immer man es auch nennen will, als ein Provisionsverbot, kann sich ein ETF- und Indexfondsanbieter doch gar nicht wünschen. Vor diesem Hintergrund ist die Stellungnahme des Hauses Vanguard, der zufolge die hohen Gebühren bei vielen Investmentfonds und fondsgebundenen Versicherungen Kleinanlegern die erfolgreiche Kapitalmarktbeteiligung erschweren und man die Europäische Kommission in der Pflicht sieht, die Investmentkosten nachhaltig zu senken, nur logisch.
Sie zeigt aber dessen ungeachtet einmal mehr, dass die Interessen der Finanzdienstleister in Sachen Provisionsverbot inzwischen weitaus weniger gleichgerichtet sind, als während früherer Vorstöße. Bröckelt die Phalanx der Verbotsgegner also? Vermutlich noch nicht weit genug, um den Dingen in den kommenden Monaten eine entscheidende Wendung zu geben. Wobei konstatiert werden muss, dass mit den ETF-Anbietern einer der größten und vor allem dynamisch weiterwachsenden Player der Asset-Management-Industrie in das Lager der Provisionskritiker wechselt. Was diese wiederum in ihrem Handeln bestätigen und motivieren dürfte.
