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Rosenmontags-Überraschung

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„Johannes Hesche neu in der Verantwortung für den ACATIS Value Event Fonds“. Diese Meldung am Rosenmontag klang lapidar bis alltäglich und ist es doch mitnichten. Sie wird allein schon von daher erhebliche Druckwellen auslösen, als diese Personalie einen Milliarden Euro schweren Blockbuster unter den Multi-Asset-Fonds betrifft und zahlreiche Implikationen birgt.

Dabei geht es neben den juristischen Aspekten, die sicher noch geklärt werden und dem Stil und der Form des Umgangs langjähriger Geschäftspartner miteinander, auch grundsätzlich um die Kooperations- und Vertragsverhältnisse zwischen Asset-Managern und externen Beratern. Es geht um die alte Frage, wer die Väter und Mütter von Erfolgsgeschichten sind, um Begehrlichkeiten, die in ihrem Umfeld entstehen können und nicht zuletzt darum, wie man die Interessen und Wünsche von Anteilinhabern interpretiert und respektiert.

Dass man bei der Beurteilung all dieser Aspekte je nach Perspektive zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommt, liegt in der Natur der Dinge. Folgt man aber dem Gedanken, dass sich die Anhänger aktiv gemanagter Fonds für ein bestimmtes Management und eine von ihm verfolgte konkrete Strategie entscheiden, liegt es beim „Acatis Value Event Fonds“, der bis Oktober 2022 sogar noch „Acatis GANÉ Value Event Fonds“ hieß, nahe, massive Bestandsverschiebungen zu erwarten. Sehr viele Investoren haben nach eigenem Verständnis ihren gefühlten Fondsmanagern Dr. Uwe Rathausky und Henrik Muhle ihr Vertrauen ausgesprochen und müssen nun einen für sie mehr oder weniger überraschenden Wechsel im Driver-Seat zur Kenntnis nehmen und ihm ggf. Rechnung tragen.

Zählt man in einigen Monaten die Zahlungsströme zusammen und läßt alle Emotionen beiseite, wird man unter dem Strich feststellen, wie konsequent Anleger sind, ob Kalkül, gleich von welcher Seite, aufgeht und dass der Rosenmontag 2024 von daher keine Sternstunde des aktiven Fondsmanagements war, als er indirekt ein weiteres Vertriebsargument für ETFs verkörpert. Bei Indexinvestments braucht man sich schließlich keine Sorgen um die Stilkonsistenz seiner Anlagestrategie zu machen.

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