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Research-Kosten: Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln?

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Ungläubig mag man sich die Augen reiben, wenn man liest, dass Großbritannien die vor einigen Jahren zusammen mit anderen EU-Mitgliedern beschlossene Entkoppelung der Verrechnung von Research-Kosten mit den Provisionen ihrer Ordererteilungen wieder rückgängig machen will und man in Brüssel angeblich ähnliche Schritte erwägt. Den Plänen nach wäre die Verbindung von Order und Research dann zukünftig wieder möglich, müsste den Verbrauchern aber angezeigt und ausgewiesen werden.

Dem Vernehmen nach geht es um den Wettbewerb von Standorten, eine Landschaft der Research Anbieter, die zu verkümmern droht und die mangelnde Analyse-Abdeckung einzelner Assetklassen, wie beispielsweise europäische Nebenwerte. 

 

Die Entwicklung ist von daher fragwürdig, als die Entkoppelung die Asset Manager seiner Zeit vor erhebliche Herausforderungen stellte, die Kosten separat auszuweisen und entweder selbst zu tragen oder den Kunden (Fonds) zu belasten und die Transparenz wie beabsichtigt tatsächlich verbessert werden konnte. - Mit erfreulichen Begleiterscheinungen. Schließlich wurde die Qualität und der Nutzen einzelner Studien endlich einmal öfter ernster hinterfragt. Und schließlich mag die Initiative auch nicht so ganz zum gerade erst beschlossenen Verbot der EU von „Payment for Order Flow“ passen, jenen Zuwendungen, mit denen Börsenplätze bisher Retailbanken die Handelsaufträge danken können.

 

Kann es zu viel Transparenz geben? Welche Perspektiven auf die Transparenz gibt es? Schildbürgerstreich? Einsicht und Kehrtwende? Back to the roots? Gute Lobbyarbeit?  Es gibt viele Fragen, die man in diesem Zusammenhang stellen könnte und sollte.

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