Wer nun daraus auf einen allgemeinen Vertrauensverlust gegenüber aktiv gemanagten Fonds rückschließt, muss sich zumindest mit Blick auf die Rentenfonds in der gleichen Untersuchung eines Besseren belehren lassen. Hier ist das Bild regelrecht umgekehrt: 74,5 Mrd. Euro Zufluss in aktiv gemanagte Rentenfonds und lediglich 8,8 Mrd. Euro in Renten-ETF.
Fast gleichzeitig belegt S&P Dow Jones Indices, in welchen Anlageklassen und Sektoren es Fondsmanagern und Fondsmanagerinnen in 2023 und über die Dauer von 10 Jahren am häufigsten gelungen ist, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Und wen finden wir dort an der Spitze? „Unternehmensanleihen EURO“ (47% der Peergroup in 2023 (18% in 10 Jahren)), „Anleihen global“ (44% (15%)) und „Hochzinsanleihen EURO“ (33% (24%)). Regelrecht abgeschlagen rangieren hingegen „Aktien Europa“ (17% (8%)) und „Aktien global“ (16% (3%)).
Man kann es „Schwarmintelligenz“ nennen, was kollektives Denken und die Entscheidungsfindung auf Grundlage dezentraler, selbstorganisierter Systeme beschreibt oder auch „Rationalität“, also vernunftgeleitetes und zweckgerichtetes Denken und Handeln. Das Ergebnis bleibt sich für die Asset Manager gleich und muss sie hinsichtlich ihrer Profitabilität und ihres Wachstums in einem transparenten Markt mit Angebotsüberschuss endlich zwei Dinge überdenken lassen. Zum einen die viel zu oft zu beobachtende Indexnähe ihrer aktiv gemanagten Fonds, die von mangelnder Aktivität (gleich aus welchem Grund) zeugt. Und zum anderen die Bepreisung dieser vermeintlichen Leistung, da sie die Roherträge belastet, bisweilen sogar leider regelrecht kannibalisiert.
